DIE ALM: Wo die Tiere zu Hause sind und der Mensch zu Gast ist
Viele unserer Nutztiere werden in Südtirol im Sommer auf die Weide gebracht – es ist dies eine Tradition zum Wohl der Tiere und zur Nutzung und Pflege der Landschaft. Hier weiden Pferde, Schafe, Ziegen, Jungrinder und Kühe.
Schafe und Ziegen werden auch von großen Hirtenhunden bewacht. Diese sind dahingehend ausgebildet, dass sie „ihre“ Herde gegen „Eindringlinge“ verteidigen. Dazu zählt vor allem das Großraubwild, aber unter Umständen auch Menschen. Vor allem solche in Begleitung von Hunden. Auch Kühe, vor allem solche mit Kälbern, verteidigen ihre Herde. Daher gilt immer: Weidetiere sind keine Kuscheltiere, die Alm ist kein Streichelzoo und kein Selfie-Hotspot. Hunde sind an die Leine zu nehmen. Es ist unbedingt und immer ein Respekt- bzw. Sicherheitsabstand einzuhalten!
Das Ressort für Landwirtschaft, der Südtiroler Bauernbund, HGV und LTS haben für Menschen, die die Almen zu Fuß, in Begleitung von Hunden oder auf dem Fahrrad durchqueren, einige Informationen und Tipps für richtiges Verhalten erarbeitet, um sicherzugehen, dass ein Ausflug auf die Alm ein sicheres und im positiven Sinne unvergessliches Erlebnis für alle bleibt.
Zuerst noch einige Hintergrundinformationen zu Kühen.
- Nicht alle Rinder tragen Hörner. Einige Tiere sind genetisch hornlos, andere wurden enthornt. Die Ausbildung der Hörner ist unabhängig vom Geschlecht, d.h. sowohl Kühe also auch Stiere können Hörner tragen.
- Bricht Panik in der Herde aus, können die Tiere unkontrolliert losrennen.
- Kühe (weiblich wie männlich) verteidigen sich, wenn sie sich oder ihre Herde bedroht sehen.
Mutterkuhherde:
Mutterkühe haben ihre Kälber bei Fuß. Sie beschützen diese und verteidigen sie gegen jegliche mutmaßliche Gefahr. Eine besondere Gefahr bei der Begegnung von Mutterkühen besteht, wenn zusätzlich ein Stier in der Herde ist. Er sieht sie als die „seinige“ an und verteidigt sie gegen Gefahren von außen.
Jungtierherde:
Jungtiere sind übermütig, neugierig und bewegungsfreudig; sie sind nicht aggressiv, aber zuweilen ist ihr Verhalten unkontrolliert, wodurch Gefahrensituationen entstehen können.
Milchkuhherde:
Milchkühe haben keine Kälber bei Fuß. Klassische Milchkühe werden in der Laktation täglich zweimal gemolken und sind deshalb den Kontakt mit Menschen gewöhnt. Sie sind deshalb in der Regel friedlich Aber auch sie haben Launen oder brauchen einmal ihre Ruhe. Sie schätzen es deshalb meist, wenn sie in Ruhe gelassen werden.
10 Regeln für ein gutes Miteinander:
- Direkten Kontakt zum Weidevieh vermeiden, niemals füttern oder anderweitig anlocken,
- Tiere nicht durch Lärm oder wildes Gestikulieren oder Laufen erschrecken,
- Mutterkühe beschützen ihre Kälber – Hunde von Muttertieren (und Kälbern) fernhalten,
- Hunde kontrollieren, an der kurzen Leine führen, in der Regel nicht ableinen,
- auf den Wanderwegen bleiben (gilt überall, nicht nur in der Nähe von weidenden Tieren),
- wenn Weidevieh auf dem Weg steht, möglichst umgehen, nicht vertreiben (es ist ihr Territorium),
- herannahenden Weidetieren nicht den Rücken zuwenden, ruhig weggehen, nicht laufen, nicht kleinmachen,
- bei Anzeichen von Unruhe in der Herde die Weidefläche zügig verlassen,
- Weidezäune immer schließen
- Mensch, Natur und Tier immer mit Respekt begegnen.
Im Ernstfall: Die Gefahrensignale
- Das Tier fixiert Sie.
- Das Tier senkt seinen Kopf. Übersetzt: es ist bereit, Ihnen die Stirn zu bieten. Spätestens jetzt sollten Sie zügig Abstand gewinnen.
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DIE ALM: Wo die Tiere zu Hause sind und der Mensch zu Gast ist
Viele unserer Nutztiere werden in Südtirol im Sommer auf die Alm gebracht – es ist dies eine Tradition zum Wohl der Tiere und zur Nutzung und Pflege der Landschaft. Hier weiden Pferde, Schafe, Ziegen und Rinder.
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