Obstbau
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Apfel- und Birnenbau
Die Apfelernte 2025 erreicht mit 1.056.980 Tonnen zum dritten Mal in Folge wieder die Eine-Million-Tonnen-Marke. Die Ernte ist im Vergleich zur Ernteschätzung (ca. 1.011.533 t) deutlich höher ausgefallen. Gründe dafür waren hauptsächlich die im Vergleich zu den Vorjahren niedere Umstellungsrate sowie die wenigen Ausfälle durch Frost, Hagel und Schadorganismen. Außerdem wirkten sich die regelmäßigen Niederschläge im Sommer positiv auf die Fruchtgrößen aus.
Der Anteil an Industrieware beträgt 2025 rund 9,6 %, wodurch sich 955.536 t an effektiv verfügbarer Tafelware ergeben. Sortensieger bleibt weiterhin Golden Delicious, gefolgt von Gala, Cripps Pink und Granny Smith.
Durchschnittliche Auszahlungspreise der Ernte 2023 und 2024 für Tafelware
Südtirols Bio-Apfelanbauer haben 2025 mengenmäßig nur leicht weniger produziert als im Vorjahr. Die Ernte lag mit 100.101 Tonnen nur leicht unter der Ernte 2024. Die tatsächliche Menge, welche Südtirols Bio-Obstbauern erzeugen, ist insgesamt jedoch höher, denn sie müssen die Ware der Umstellungsbetriebe und die Ernte der Grenzreihen als Integrierte Ware liefern.
Beerenobst
Das Erntejahr 2025 war in Südtirol von unterschiedlichen Rahmenbedingungen geprägt. Einerseits wirkten sich eine ungünstige Witterung mit einem regenreichen Frühjahr negativ auf den Vegetationsverlauf aus, andererseits traten im Vergleich zum Vorjahr lediglich vereinzelte Frostschäden auf. Der Erntebeginn erfolgte im Juni, der durch überdurchschnittlich hohe Temperaturen gekennzeichnet war. Die Haupternte war ursprünglich für den Monat Juli vorgesehen, wurde jedoch aufgrund anhaltend kühler und niederschlagsreicher Witterung erheblich verzögert. Infolgedessen erstreckte sich die Ernte bis in den Herbst hinein und dauerte bis zum ersten Frost an.
Erdbeeren
Die Erträge bei überwinterten und programmierten Erdbeeren lagen um das langjährige Mittel. Bei den überwinterten Pflanzen wurden durchschnittlich etwa 250–350 g erster Qualität je Pflanze erzielt, während die programmierten Erdbeeren Erträge von rund 200–250 g erster Qualität je Pflanze erreichten. Die remontierenden Erdbeeren wiesen ebenfalls sehr gute Erträge auf und erzielten Mengen von etwa 400–600 g je Pflanze. Der Auszahlungspreis lag auf einem durchgehend hohen Niveau und zeigte sich über die gesamte Saison hinweg stabil.
Himbeeren
Die Himbeerproduktion bewegte sich im Berichtsjahr auf einem durchschnittlichen bis guten Niveau. Der Auszahlungspreis war sehr zufriedenstellend und lag im Durchschnitt über dem langjährigen Mittel.
Johannisbeeren
Im Vermarktungsjahr 2025 erzielten die Johannisbeeren Auszahlungspreise, die dem langjährigen Mittel entsprachen. Auch die Erträge bewegten sich erneut im Bereich der Norm und zeigten keine nennenswerten Abweichungen.
Heidelbeeren
Die Ertragsmengen fielen insgesamt gut aus, während sich die Preise über das Vermarktungsjahr hinweg stabil zeigten. Das kontinuierlich steigende Angebot stand einer ebenso anhaltenden Nachfrage gegenüber, sodass sich beide Faktoren weitgehend ausglichen. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich die Preise auch weiterhin auf einem stabilen Niveau einpendeln werden.
Vermarktung
Die Nachfrage auf den Märkten war auch im Jahr 2025 sehr gut. Dies war unter anderem auf die weiterhin steigende Nachfrage der Haushalte nach Beerenobst zurückzuführen. Die erzielten Preise erwiesen sich erneut als ökonomisch sehr attraktiv und lagen durchwegs um bzw. über den langjährigen Mittelwerten. Ein großer Teil des in Südtirol produzierten Beerenobstes wurde über die Erzeugergenossenschaft Martell sowie über die Obstversteigerung EGMA in Vilpian vermarktet. Der Absatz erfolgte dabei überwiegend im oberitalienischen Raum, teilweise jedoch auch regional über Detailgeschäfte.
Steinobst
Marillenanbau
Die Gesamtfläche des Marillenanbaus betrug im Berichtsjahr, leicht fallend im Vergleich zum letzten Jahr, ca. 77 ha. Die Marillenernte 2025 fiel im Vergleich zum Vorjahr zwar erheblich besser, im langjährigen Schnitt aber nur durchschnittlich aus und die traditionelle Hauptsorte Vinschger Marille machte rund die Hälfte der Gesamternte aus.
Pflanzenschutz
Im Berichtsjahr konnten weniger Schäden durch Schrotschußkrankheit, Monilia und Bakterienkrankheiten (v.a. Pseudomonas) beobachtet werden, aber bei allen Sorten konnte ein erhöhter Fruchtbefall festgestellt werden. Die Fruchtflecken bei der Sorte Goldrich, deren Ursache immer noch nicht abschließend geklärt werden konnte, waren allerdings im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger zu beobachten, vor allem im Integrierten Anbau. Trotz der schlechten Ausgangslage betreffend die Kirschessigfliege konnte einem hohen Befallsdruck mit geeigneten Gegenmaßnahmen erfolgreich entgegen gehalten werden.
Kirschenanbau
Der Kirschenanbau verzeichnet einen leichten Rückgang in der Anbaufläche, die sich nunmehr auf 115 ha beläuft (-6 ha). Ältere Anlagen werden zunehmend gerodet. Die ausbleibenden Spätfröste bedingten eine gute Blüte und einen guten Fruchtansatz. Die anfänglich guten Bedingungen förderten einen schnellen Vegetationsfortschritt und die Ernte belief sich dadurch auf durchschnittlich 20t/ha. Im Bereich Pflanzenschutz gab es weder bei den pilzlichen Erkrankungen, noch mit der Kirschessigfliege signifikante Probleme. Die Vermarktungssaison verlief reibungslos und die Preise konnten wieder das zufriedenstellende Niveau von vor zwei Jahren erreichen.
Zwetschgenanbau
Der Zwetschgenanbau ist nach wie vor von den Hauszwetschgenbeständen im Eisacktal und Schlerngebiet gekennzeichnet. Geschlossene und gepflegte Bestände sind auf konstanten 9 ha (+/-0 ha) anzutreffen.
Förderungen im Obstbau
In Südtirol gibt es laut Art. 152 der EU-VO 1308/13 drei anerkannte Erzeugerorganisationen (EO): VOG, VIP und VOG Products. Außerdem wurde die Vereinigung von Erzeugerorganisationen (VEO) Alpoma im Sinne des Art. 156 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 anerkannt, deren Mitglieder die drei Erzeugerorganisationen VOG, VIP und VOG Products sind. In Südtirol sind ca. 82 % der Genossenschaften im Bereich Obst- und Gemüse und gut 84 % der Produzenten für Obst- und Gemüse in Erzeugerorganisationen vereint. Sie verfügen über ca. 95 % der Südtiroler Anbaufläche. Am 15.02.2025 reichten die drei Erzeugerorganisationen die Abrechnung des Jahresabschnittes 2024 des genehmigten Operationellen Programmes ein. Es wurden insgesamt 57.714.000,00 Euro abgerechnet. Die Abrechnungskontrollen wurden von der zuständigen Zahlstelle durchgeführt.
Im September reichten die drei Erzeugerorganisationen die Genehmigung des Jahresabschnittes 2025 des Programmes ein. Insgesamt betrug der genehmigte Betrag 55.624.335,00 Euro, der daraus resultierende Beitrag von max. 50 % der anerkannten Ausgaben würde insgesamt 27.812.167,00 Euro betragen.
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Letzte Aktualisierung: 17/07/2026