Studien und Projekte
Messstation Ritten-Grünwald
Die Messstation Ritten-Grünwald wurde 1996 in Betrieb genommen. Hier werden die Kohlendioxid-, Wasserdampf- und Energieflüsse zwischen der Atmosphäre und dem Waldökosystem, praktisch „der Atem des Waldes“, gemessen. Seit 2021 ist der Standort Teil der europäischen ICOS-Infrastruktur-Klasse 2. Im Sinne einer umfangreichen wissenschaftlichen Betreuung der Messstation wurde 2022 eine Stiftungsprofessur an der Freien Universität Bozen eingerichtet, welche an Professor Dr. Leonardo Montagnani übertragen wurde. Dabei wird die Universität in den kommenden Jahren noch weitere Aufgaben hinsichtlich der Führung der Messstation Ritten Grünwald übernehmen.
Die Daten werden täglich an die zentrale Datenbank in Lund (Schweden) gesendet. Somit stehen tägliche und jährliche Informationen über die Photosyntheseleistung und Evapotranspiration bereit. Des Weiteren wurden 2025, wie auch in den vergangenen Jahren, auf der eingezäunten Waldfläche der Messstation Ritten-Grünwald mehrere Projekte und Monitorings umgesetzt und weitergeführt. Hierbei waren auch Instandhaltungsarbeiten notwendig, insbesondere zur Absicherung des Messturms.
Neophyten
Die Bestände des Riesen-Bärenklaus werden landesweit im Rahmen eines jährlichen Monitorings beobachtet. Bei allen bekannten Vorkommen des Riesen‑Bärenklaus konnte in den vergangenen Jahren eine weitere Ausbreitung erfolgreich unterbunden werden. Auf einer Probefläche im Eggental wurden auch im Jahr 2025 verschiedene mechanische Bekämpfungsmaßnahmen untersucht. Nach aktuellen Erkenntnissen ist das frühzeitige mechanische Ausstechen der Jungpflanzen im Frühjahr am effizientesten.
Das Schmalblättrige Greiskraut wird seit rund 10 Jahren in den beiden Hauptverbreitungsgebieten Castelfeder und Vinschgau durch wiederholte Ausreißaktionen erfolgreich zurückgedrängt. Auch im Jahr 2025 wurden landesweit erneut einzelne Ausreißaktionen durchgeführt. Darüber hinaus werden auch weitere invasive Neophytenarten durch den Landesforstdienst auf ausgewählten Standorten, insbesondere in Schutzgebieten eingedämmt.
Die vollständige Eliminierung aller invasiven Arten ist nicht realistisch; das Ziel besteht jedoch in einer möglichst weitgehenden Eindämmung. Es ist entscheidend, integrierte Managementstrategien zu verfolgen und die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären, um die Ausbreitung invasiver Arten zu begrenzen und ihre negativen Auswirkungen zu minimieren. Durch eine aktive, kleinflächige und naturnahe Bewirtschaftung unserer wertvollen Kulturlandschaften kann die weitere Etablierung invasiver Neophyten sicherlich eingedämmt werden.
Erfassung der Luftfahrthindernisse
Gemäß Landesgesetz 1/06 sind die Betreiber von Luftfahrthindernissen verpflichtet, deren Bestehen, Errichtung und Abbau der Landesabteilung Forstwirtschaft zu melden.
Das Ziel ist die Erstellung einer flächendeckenden, digitalen, ständig aktualisierten Karte der gesamten Flughindernisse in Südtirol. Diese Karte soll Hubschrauber- und Flugzeugpiloten einen genauen Überblick bieten bzw. die notwendige Information bereitstellen, um den Hindernissen in der Luft auszuweichen und damit wesentlich zur Flugsicherheit beitragen. Im Jahre 2025 erfolgten über die Forststationen sowie über das Amt für Forstplanung 1.167 Neumeldungen und 1.220 Abbruchmeldungen. Es handelt sich vornehmlich um Meldungen von ortsveränderlichen Materialseilbahnen für die Holzbringung. Derzeit (Stand vom 31.01.2026) umfasst die digitale Karte der Luftfahrthindernisse 4.171 linienförmige und 1.081 vertikale Hindernisse. Allgemein ist die Anzahl der fixen linearen Anlagen (Materialkleinseilbahnen, Schussdrähte) im landwirtschaftlichen Bereich weiterhin leicht rückläufig. Stark gestiegen sind die vertikalen Hindernisse (Antennen, Sendemasten, usw.), die im vergangenen Jahr nur knapp über 1.000 lagen.
Wegeprojekt
Von der Forstbehörde werden derzeit 16.492 km Fahrwege (Forst-, Alm- und Güterwege) verwaltet. Die Anzahl der Einzelabschnitte beträgt 25.794. Von dieser übergeordneten Kartei wurde auch die digitale Anbindung der mit Dekret gesperrten Fahrwege (L.G. Nr. 10/90) weitergeführt, damit auch in diesem Bereich ein besserer Überblick bzw. eine Vereinheitlichung der Karteien möglich ist.
Die linienmäßige Überprüfung wie auch die Richtigstellung der beschreibenden Parameter sämtlicher Güter- und Forstwege wurde auf der gesamten Landesfläche weitergeführt bzw. aktualisiert. Es handelt sich zurzeit um 4.001 km Güterwege mit 7.817 einzelnen Wegeabschnitten, aufgeteilt auf 3.732 km LKW- und 269 km Traktor befahrbare Wege und 12.491 km Forstwege mit 17.977 einzelnen Wegeabschnitten, aufgeteilt auf 5.882 km LKW- und 6.609 km Traktor befahrene Wege.
Zudem werden seit 2018 auch 15.817 km Wanderwege digital verwaltet. Dazu gehört auch die Erhebung im Gelände, die Datenausgabe und eine kontinuierliche Verbesserung der Daten, grafisch wie auch die Korrekturen in der Datenbank.
Beobachtung der Rutschungen von Corvara und Trafoi
Seit 2001 führt das Amt für Forstplanung GPS-Messungen zur Beobachtung der Rutschung in Corvara durch. Die Rutschung erstreckt sich oberhalb des Dorfes Richtung Campolongo-Pass-Straße bis zum Golfplatz sowie weiter Richtung Pralongià, Bioch und Piz-Arlara-Hütte (Ciablun) und umfasst ca. 300 ha. Von ursprünglich 52 Messpunkten sind 33 verblieben; 11 davon werden Eurac Research für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt. Die übrigen 22 Punkte misst das Amt für Forstplanung einmal jährlich. Im Jahr 2025 erfolgte die Messung im Oktober; die gemessenen Bewegungen liegen im Trend der Vorjahre.
Die Rutschung liegt auf der orografisch linken Seite oberhalb von Trafoi zwischen oberer Tartscher Alm und Furkelhütte und umfasst insgesamt ca. 600 ha. Sie kann in zwei Abschnitte gegliedert werden; der obere Abschnitt (zwischen 2000–2900 m ü.M.) wird vom Amt für Forstplanung mit 11 Messpunkten überwacht. Im Jahr 2025 wurde im Juli eine Messung durchgeführt. Vier Punkte zeigen gegenüber dem Vorjahr Bewegungen von bis zu 9 cm; dies entspricht der Tendenz der Vorjahre. Die übrigen Punkte sind weiterhin stabil. Insgesamt führte das Amt für Forstplanung 2025 zur Beobachtung der beiden Rutschungen an 26 Punkten präzise GPS-Vermessungen durch. Die Ergebnisse werden jährlich an das Amt für Geologie und Baustoffprüfung übermittelt und bilden eine wichtige Datengrundlage für die Überwachung.
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Letzte Aktualisierung: Heute