Waldzustand – Forstschutz & Waldschäden
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Forstschutz – Überwachungsdienst
Der Wald ist natürlichen Störungen ausgesetzt, die biotischer (Insekten, Pilze, Bakterien u. a.) oder abiotischer Natur (Windwurf, Schneedruck, Hagel, Waldbrände) sein können. Bis zu einer gewissen Intensität ist die Störung physiologischer Natur und der Wald ist in der Lage, ohne sichtbare Schäden zu reagieren.
Angesichts makroskopischer Ereignisse wie der Sturm „Vaia“ (2018), die Schneedruckereignisse von 2019-2020 und der Borkenkäferbefall von 2021 bis 2024 bleibt der Wald zwar widerstandsfähig, benötigt aber deutlich längere Erholungszeiten. Lokal können solche Ereignisse die Schutzfunktion des Waldes vorübergehend beeinträchtigen. Aus diesen Gründen wird der Gesundheitszustand des Waldes vom Südtiroler Forstdienst seit ca. einem halben Jahrhundert mit Sorgfalt beobachtet und überwacht. Die großen Datenserien, die im Laufe der Jahre gesammelt wurde, zeigen den engen Zusammenhang zwischen Massenvermehrungen der Schädlinge und klimatischen Verlauf auf.
Übersicht der Holznutzungen in den Forstinspektoraten 2025*
* Daten: Stand 31. Dezember 2025
** inkl. Agentur Landesdomäne
Ausgezeigte Holzmasse im Jahr 2025* - Nutzung nach Baumart
* Daten: Stand 31. Dezember 2025
Biotische Schäden
Fichtenborkenkäfer
2020 begann in Südtirol die Borkenkäfergradation. Mit der ersten Wärmewelle ab Juni 2021 vermehrten sich die Fichtenborkenkäfer sehr stark und es begann der auffällige Stehendholzbefall. 2022 begünstigten ein niederschlagsarmes Frühjahr und ein besonders trockener und heißer Sommer erneut die Vermehrung, sodass auch die höher gelegenen Waldgebiete betroffen waren. Im Jahr 2023 gab es dank des unbeständigen, niederschlagsreichen Wetters im späten Frühjahr eine leichte Entspannung; durch die erhöhte Vitalität der Wirtsbäume war die befallene Fläche um 20 % kleiner als 2022. In den Jahren 2024 und 2025 hat sich diese positive Tendenz bestätigt.
Weitere bast- und holzbrütende Insekten
Kiefernborkenkäfer der Gattungen Ips und Tomicus wurden in den Weiss- und Schwarzkiefernbeständen erwähnt, aber nicht in großem Ausmaß, sowie der große Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae), der sich in den künstlichen Lärchenbeständen der tieferen Lagen im Obervinschgau etabliert hat. Diese Bestände unterliegen seit 3 Jahren einer Monitoringtätigkeit mit entsprechenden Pheromonfallen. Immer auf der Lärche, oft in Verbindung mit dem Lärchenborkenkäfer, wurde der Lärchenbock vermehrt gemeldet (Tetropium gabrieli), der die unteren Stammpartien befällt. Seit einem Jahr läuft dazu ein Monitoring in Zusammenarbeit mit der Universität Padua und dem Forstinspektorat Schlanders.
Kiefernprozessionsspinner
Der Kiefernprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa) ist in den Schwarzkiefernaufforstungen auf dem Vinschger Sonnenberg besonders verbreitet. Dort hat er sich in den letzten Wintern besonders stark vermehrt; mehrere Kiefernexemplare erlitten dadurch Kahlfraß. Die Abteilung Forstdienst hat mit der wissenschaftlichen Betreuung der Universität Padua im September 2023 eine flächendeckende Behandlung mit einem biologischen Bekämpfungsmittel (Bacillus thuringiensis) vorgenommen, das für Säugetiere harmlos ist. Dadurch wurde die Population des Prozessionsspinners stark reduziert. Nachdem der Befall zuletzt wieder zunahm, hat der Forstdienst in Abkommen mit seinen wissenschaftlichen Partnern eine weitere Sondergenehmigung für eine Befliegung in die Wege geleitet, die 2026 stattfinden soll.
Andere nicht letale Insekten
Von der Lärchenminiermotte, die bei passenden Rahmenbedingungen sich stark vermehren kann, gab es 2025 keine Meldung; genauso für den grauen Lärchenwickler, dessen Gradationen in regelmäßigen Zeitabständen erfolgen (8-9 Jahre). Der Fichtennestwickler (Epinotia nanana) wurde in der Gemeinde Mühlbach gemeldet; es handelt sich um einen Einzelfall, doch erwähnenswert. Die Zirbennadelmotte (Ocnerostoma copiosellum), welche 2023 im Martelltal eine Massenvermehrung auf über 200 ha im Martelltal gehabt hat, bleibt nach wie vor im Latenzzustand.
Abiotische Schäden
2025 sind Südtirol weit recht mäßige abiotische Schäden zu verzeichnen; es wurden insgesamt 1,5 ha Windwurf gemeldet.
Rotbandkrankheit auf Zirbe und Latsche
Die Infektion mit der Rotbandkrankheit (Dothistroma septosporum) bewirkt eine starke Nadelschütte von älteren Nadeljahrgängen. Vor allem Kiefernarten sind von dieser Krankheit betroffen. Die Probenahmen zur Ermittlung des Vorkommens und der Ausbreitung von Dothistroma septosporum wurden im Jahr 2025 abgeschlossen. Erhebungen zielten darauf ab, das gesamte Gebiet der Region abzudecken. Die Gesamtzahl der Probenahmestellen stieg somit auf 278.
Lärchennadelschütte
Auch in diesem Jahr haben die starken Niederschläge das Wachstum einiger Blatt-/Nadelpilze begünstigt, auch wenn die heiße und trockene Phase im Juni und möglicherweise der Temperaturrückgang im Mai nicht zu einem massiven Befall geführt haben. Für die Lärchennadelpilze war es jedoch ein „gutes“ Jahr. Gelbfärbungen und Rötungen der Baumkronen wurden bereits im Juli festgestellt und breiteten sich in den folgenden Monaten weiter aus. Die Mycosphaerella-Lärchennadelschütte wird dabei als gering letal eingestuft.
Eschentriebsterben
Das durch den Pilz bzw. das Falsche Weiße Stängelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) hervorgerufene Eschentriebsterben ist seit einigen Jahren in Südtirol anzutreffen. Landesweit ist eine starke Schädigung der Gemeinen Eschen (Fraxinus excelsior) zu verzeichnen, wobei einige Individuen über eine gewisse Resistenz zu verfügen scheinen. Einige Studien bestätigen, dass diese Resistenz eine hohe genetische Komponente besitzt und daher auf die Nachkommen übertragen werden kann. Demnach sind „resistente“ Individuen zu fördern.
Verticillium-Welke am Götterbaum
Im Jahr 2025 wurden weitere 24 Standorte mit der Krankheit festgestellt, die durch geschwächte oder in einigen Fällen bereits abgestorbene Baumkronen deutlich erkennbar waren. Die Abteilung Forstwirtschaft wird bei ihren Analysen und Bestimmungen der Pilzkrankheiten an Waldbäumen maßgeblich durch die wertvolle Arbeit von Dr. Giorgio Maresi von der Fondazione Edmund Mach in San Michele all’Adige unterstützt.
Waldbrandereignisse – Forstlicher Bereitschaftsdienst
25 Wald- und Buschbrände verursachten 2025 den Verlust von einer Gesamtfläche von 237,3754 ha Wald. Das rechtzeitige Ausrücken von Löschmannschaften der Feuerwehren und des Forstpersonals hat das weitere Ausbreiten der Brandflächen verhindert. Im Durchschnitt liegt die verlorene Fläche pro Brandereignis (Index für die Effizienz der Löschaktion) bei 9,49 ha. Bei Waldbränden und allen Natur- und Zivilschutzereignissen aktiviert der rund um die Uhr erreichbare Bereitschaftsdienst-Forst die zuständigen forstlichen Dienststellen und organisiert den eventuell notwendigen Einsatz des Hubschraubers für Löscharbeiten: es gab 2025 8 Waldbrand-Einsätze mit Hubschrauber und 8 Hubschraubereinsätze für Waldbrandübungen. 2025 verzeichnete der forstliche Bereitschaftsdienst insgesamt 647 Einsätze, darunter 564 Einsätze für die Bergung von verletzten oder getöteten Wildtieren – sehr oft in Zusammenhang mit Verkehrsunfällen.
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