Viehwirtschaft
Das Berichtsjahr 2025 war aus Sicht der Futterernte, gemessen an den Vorjahren 2023 und 2024, ein relativ gutes Jahr für Südtirols Berglandwirtschaft. Im Laufe des Jahres 2025 wurden wieder ca. 30 Zuchtviehversteigerungen für Rinder, Schafe und Ziegen abgehalten, die Verkaufspreise sind im Jahr 2025 noch einmal kräftig angezogen.
Rinderwirtschaft
Viehvermarktung / Versteigerungspreise
Die folgende Tabelle zeigt die Durchschnittspreise der Kalbinnen auf den Zuchtviehversteigerungen von den Jahren 2020 bis 2025 für Braun- und Fleckvieh, Holstein und Grauvieh:
Im Jahr 2025 konnten insgesamt 38.536 Tiere vermarktet werden. Damit wurde das Ergebnis von 2024 um 3.319 Tiere übertroffen:
Künstliche Besamung
Im Berichtsjahr wurden 55.248 Erstbesamungen durchgeführt, das sind um 158 weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der durchgeführten Besamungen der Eigenbestandsbesamer bleibt stabil.
Natursprung
Im Jahr 2025 wurden im Sinne des Legislativdekretes Nr. 52 vom 11. Mai 2018 70 neue Sprungstellen genehmigt.
Milchwirtschaft
Das Milchwirtschaftsjahr 2025 konnte mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden. Insgesamt lieferten die 3.903 Südtiroler Milchbauern rund 375 Mio. kg Milch an die 10 Südtiroler Genossenschaften. Während die Anzahl der Milchlieferanten weiter rückläufig ist, stieg die Milchproduktion im Vergleich zu 2024 um 10 Mio. kg an. Der durchschnittliche Milchauszahlungspreis ist von 67,63 Cent/kg Milch im Jahr 2024 auf 71,49 Cent/kg Milch im Jahr 2025 leicht angestiegen.
Bei der Verarbeitung und Vermarktung der Kuhmilch konnten folgende Veränderungen verzeichnet werden: Die Produktion von Käse stieg um 1,64 % auf 23,33 Mio. kg. Auch die Produktion von Joghurt und Skyr verzeichnete einen Zuwachs im Ausmaß von 2,09 %. Die Produktion von Mascarpone, Topfen und Ricotta hingegen sank um 3,17 % auf 13,11 Mio. kg. Die Produktion von Frischmilch sank um 5,07 % auf 16,20 Mio. kg, davon Heumilch 14,09 Mio. kg und 2,08 Mio. kg Bio-Heumilch.
Die Anlieferung von Ziegenmilch ist um 14,33 % auf 1,66 Mio. kg gestiegen. Es wurden 38.451 kg Frischmilch, 40.400 kg Käse, 25.480 kg Joghurt und 1.947 kg Butter hergestellt.
Pferdezucht
Von den registrierten Pferden gehören 3.471 der Rasse Haflinger oder Noriker an. Diese beiden Pferderassen werden vom Südtiroler Haflinger Pferdezuchtverband betreut. Vom Amt für Viehzucht werden die öffentlichen Beschälstationen verwaltet und es wird kontrolliert, dass die eingesetzten Hengste jährlich den vorgeschriebenen sanitären Untersuchungen unterzogen werden.
Schaf- und Ziegenhaltung
Südtirol weit gibt es ca. 4900 Betriebe, welche sich der Schaf- oder Ziegenhaltung widmen. Die Interessen der Schaf- und Ziegenhalter werden über den Verband der Südtiroler Kleintierzüchter vertreten, welchem 2.055 Mitglieder angehören, die wiederum in 41 örtlichen Schafzuchtvereinen und 16 Ziegenzuchtvereinen organisiert sind.
2025 wurden alle drei geplanten Schaf- und Ziegenversteigerungen abgehalten. Bei den drei Versteigerung wurden insgesamt 201 Schafe und 173 Ziegen verkauft.
Im Jahr 2025 hat der Verband der Südtiroler Kleintierzüchter, welcher auch den EU-Schlachthof bis Juli führte, insgesamt 11.558 Schlachtungen von Rindern, Schweinen, Pferden, Schafen und Ziegen durchgeführt. Im abgelaufenen Jahr wurden 6.279 Schafe und Lämmer, sowie 3.175 Kitze und Ziegen tot vermarktet. Hauptabnehmer ist in Südtirol nach wie vor der Lebensmittelgroßhandel.
Geflügelhaltung
In Südtirol erzeugen rund 90 landwirtschaftliche Betriebe Frischeier unter den verschiedenen EU-Vorgaben der Freilandhaltung, der biologischen Produktion und der Bodenhaltung für den Verkauf an Wiederverkäufer. 85 Betriebe verfügen über eine anerkannte Packstelle für die Sammlung, Klassifizierung und Verpackung der Eier, welche als Voraussetzung für die Vermarktung der Eier über den Handel gilt. Die produzierten Eier werden vorwiegend als Frischeier auf dem Südtiroler Markt vertrieben.
Die Nachfrage nach heimischen Frischeiern aus alternativer Produktion war auch im Jahr 2025 rege. Aufgrund der Produktionsrückgänge infolge der Auswirkungen der Vogelgrippe und nicht zuletzt aufgrund der steigenden Nachfrage infolge ernährungsphysiologischer Trends war die Nachfrage auf dem internationalen Eiermarkt teils höher als das Angebot.
Während vor wenigen Jahren die Geflügelmast noch gänzlich unbedeutend für Südtirols Landwirtschaft war, gibt es mittlerweile einige Betriebe, die sich dieser verschrieben haben.
Bienenhaltung
Südtirols Imkerschaft blickt auf ein eher durchwachsenes Honigjahr 2025 zurück. Während gebietsweise zwar passable Honigmengen geschleudert werden konnten, war die Honigernte vielerorts eher dürftig. So blieb die Waldtracht landesweit nahezu vollständig aus; der Eintrag aus der Alpenrosenblüte wurde gebietsweise durch Hagelschauer negativ beeinflusst. Während die Jahre 2023 und 2024 ausgesprochen nasse Jahre waren, war die Wetterlage im Jahr 2025 sehr viel angenehmer für Imker und Bienen. Die überdurchschnittlich hohen Temperaturen im Juni und die damit einhergehende Trockenheit bewirkten, dass der nektarspendende Blütezeitraum und somit die Trachtdauer sehr viel kürzer ausfielen als sonst üblich. Die Entwicklung der Imker- und Bienenvölkerzahlen bleibt stabil.
In der Provinz Bozen gibt es aktuell 3.607 Imker, welche insgesamt 36.710 Bienenvölker betreuen.
Förderungen für die Viehwirtschaft
Im Jahr 2025 sind insgesamt 9.232.517,83 Euro an Förderungen für die Viehwirtschaft gewährt worden.
Ansteckende Infektionskrankheiten der Tiere
Zum Ende des Jahres besaß das Gebiet der Provinz Bozen Anerkennungen als freies Gebiet für verschiedene Infektionskrankheiten der Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Es betrifft Krankheiten wie Rindertuberkulose, Rinderbrucellose, Rinderleukose, Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), Brucellose bei Schafen und Ziegen, Blue Tongue (Infektionen mit BTV), Aujeszky-Krankheit der Schweine.
Anzahl der Kuhmilchbetriebe, von denen Sammelmilchproben gezogen wurden:
Kälber mit Ohrknorpelprobe:
Auf Blue Tongue untersuchte Rinder:
Impfungen gegen Blue Tongue:
Anzahl der Ziegenbetriebe, die während den Prophylaxekampagnen auf Lentiviren untersucht wurden:
Anzahl der Ziegen, die während den Prophylaxekampagnen auf Lentiviren untersucht wurden:
Prozentsatz der Ziegenbetriebe mit Positivität auf Lentiviren in der Prophylaxeuntersuchung:
Prozentsatz der Ziegen mit Positivität auf Lentiviren in der Prophylaxeuntersuchung:
Tierische Produkte und Produkte für Tiere
In Ausübung des nationalen Rückständeplanes wurde vom Tierärztlichen Dienst des Südtiroler Sanitätsbetriebs folgende Zahl an Proben in Schlachthöfen und Tierhaltungsbetrieben, von lebenden Tieren sowie von Fleischprodukten, Milchprodukten, Fischprodukten und Honig entnommen:
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