Aquatisches Artenschutzzentrum
Die Erhaltung und die Wiederansiedlung von in Südtirol heimischen Fischarten sind die Hauptaufgaben des Aquatischen Artenschutzzentrums. Eigens errichtete naturnahe Wasserläufe und Teiche helfen dabei den Wildfischcharakter zu bewahren.
Bewahrung der genetischen Vielfalt und des Wildfischcharakters
Die Marmorierte Forelle, die Königin der Hauptgewässer Südtirols, steht im Mittelpunkt der Arbeit im Aquatischen Artenschutzzentrum. Die beiden Grundprinzipien sind die Unterstützung der Bestände durch die Vermehrung und Aufzucht von Teilen des Wildfischnachwuchses sowie die lückenlose genetische Untersuchung aller Individuen.
Dabei werden jedes Jahr wildlebende Marmorierte Forellen gefangen, um Eimaterial zu gewinnen. Insgesamt wurden 2025 rund 40.000 Wildfischeier befruchtet, von denen die meisten wieder in die Ursprungsgewässer ausgesetzt wurden. Ein kleiner Teil dieser Nachkommen wird unter naturnahen Bedingungen zu Reproduktionsfischen herangezogen, um in den kommenden Jahren eine ausreichende Eimenge für den Besatz zu sichern.
Um eine Domestikation zu vermeiden, wurden sowohl die Strukturen als auch das Futter im Aquatischen Artenschutzzentrum an die natürlichen Lebensraumansprüche angepasst. Beim Heranwachsen leben die Marmorierten Forellen in einem eigens errichteten Fließgerinne, das von einem alpinen Bachlauf kaum zu unterscheiden ist. Im vergangenen Herbst wurden in der Anlage insgesamt 380.000 Eier gewonnen, von denen 140.000 zu Brütlingen herangezogen werden sollen. Der Rest der Marmorata-Eier wurde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Wildtiermanagement direkt in die Gewässer besetzt.
Äsche, Dohlenkrebs und Kleinfischarten
Die heimische Adriaäsche gewinnt für das Aquatische Artenschutzzentrum zunehmend an Bedeutung. Die Fische, welche über vier Jahre hinweg zu fortpflanzungsfähigen Tieren herangewachsen sind, wurden im Frühjahr 2025 erstmals erfolgreich abgestreift. Die gewonnenen Eier wurden zu insgesamt 3.390 Jungfische aufgezogen und anschließend in die Passer ausgesetzt. Dieser Besatz stellt jedoch nur einen Teil einer landesweiten Initiative dar. Ziel ist es, mehrere sich selbst erhaltende Genpools aufzubauen, um den langfristigen Fortbestand dieser selten gewordenen Fischart zu sichern.
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